Die Burg Devin, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Bratislava in westlicher Richtung entfernt, hatte in vergangenen Zeiten eine wichtige strategische Bedeutung. Auf einem Felsvorsprung ragt sie über der Mündung der March und Donau empor. Jetzt als Eckpfeiler der Grenze zwischen Österreich und der Slowakei, die jeweils in Flussmitte verläuft. Einst kreuzte sich hier die bedeutende Handelsroute zwischen Ost und West mit der bekannten Bernsteinstrasse, die vom Mittelmeer zur Ostsee führte. Der Nachweis der ersten Besiedelung reicht bis in das 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Entsprechend umfassend sind auch die in der Burg ausgestellten Grabungsfunde. Die Kulturgeschichte der Gegend ist sehr umfangreich von der jüngeren Steinzeit beginnend mit neolithischer Bauer, der Magyaren-Kultur, dem Hallstattzeitalter, den Kelten und den Römern. Alle waren sie dort, an den Adern des Lebens, dem Wasser. Fruchtbares Land und geschützt von den Sümpfen der Donau und den Massiv der Devinska Kobyla. Unter den zahlreichen Funden befindet sich das Unikat eines verkohlten Brotlaibes, der aus dem 5. Jahrhundert stammt. Auf Grund der heutigen Untersuchungsmöglichkeiten sind wertvolle Rückschlüsse auf die Ernährung zur Zeit der Völkerwanderung möglich.
Zahlreiche Erweiterungen erfuhr die Burg im 15., 16. und 17. Jhd. Erst im 18. Jahrhundert verliert sie an strategischer Bedeutung. Zu Beginn des 19. Jhd. ist sie laut Berichten noch gut erhalten. Bis die Franzosen sie unter Napoleon unter Beschuss nahmen. So wurde sie zur Ruine.
Am 27.2.1961 erhob die Slowakische Nationalversammlung die Burg zum nationalen Kulturdenkmal. Aber nicht nur die Schönheit der Anlage, sondern die Pracht der Gegend aus botanischer und zoologischer Sicht hat den Nationalrat 1985 veranlasst die gesamte Gegend als Naturschutzgebiet zu deklarieren. Nach der Grenzöffnung hat man auch die Bedeutung dieser Burg und ihrer landschaftlich wunderschönen Umgebung für den Tourismus erkannt. Seit Jahren sind die Behörden mit den Ausgrabungen und der Restaurierung der Anlage beschäftigt. Es kommen neue historisch bedeutende Funde zu Tage und von Jahr zu Jahr präsentiert sich die ehemals verfallene Ruine den Besuchern in einem stattlicheren Bild.
Die Stadt Devin entwickelt sich zu einem noblen Ort. Wo jetzt noch verträumt kleine Häuser stehen und sich die Hunde am Abend gute Nacht sagen, wird architektonisch sehr einfühlsam an der Zukunft gearbeitet. Altes wird restauriert und Neues bedacht erbaut. Die Bevölkerung spricht von den Zweitwohnsitzen der gehobenen Gesellschaftsschicht aus Bratislawa. Essen um landesübliche Preise ist in harmonischer Atmosphäre möglich. Der Eintritt für die Burg beträgt umgerechnet DM 2.-. Wir empfehlen Geld in die Landeswährung zu wechseln, da es sonst empfindlich teurer werden kann.
Vor der Grenzöffnung war Devin ein schlafendes Dorf, wo das Militär und die Grenzbehörden regierten. Stacheldrahtzäune und patroullierende Posten sowie ein Boot waren immer präsent. Jetzt sind die Zäune weg und das Behördenhaus dem Verfall ausgesetzt und verlassen. Patroulliert wird schon noch, aber auf der anderen Seite des Flusses - wie sich die Zeiten doch ändern. Über eine eigene Schiffsanlegestelle verfügt Devin. Von dort aus besteht auch ein Fährbetrieb mit der ebenso kulturell interessanten Stadt Hainburg/Donau und seinem Nationalpark in Österreich.